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Stammlösungen in der Mikroskopie
Theoretischer Hintergrund
Zur Untersuchung von fixierten Bakterien (auf einem Objektträger) unter dem Mikroskop können diese mit Farbstoffen gefärbt werden. Die Anfärbung von Bakterien kann verschiedenen Zwecken dienen:
1) Es dient dem erhöhten Kontrast durch einheitliches, unspezifisches Anfärben der Zellen, um sie besser sichtbar zu machen, ohne die Auflösung zu verringern = einfache Färbung
2) Unterscheidung / Differenzierung verschiedener Bakteriengruppen = Differentialfärbung
3) Selektive Darstellung bestimmter Zellstrukturen oder Zelleinschlüsse (Geißeln, Sporen oder Reservestoffe) = “cytologische” Färbung
Bakterien färbt man klassischerweise mit kationischen (basischen) Farbstoffen. Die Farbstoffkationen reagieren beim Färben mit negativ geladenen (sauren) Gruppen von Zellbestandteilen wie z.B. Carboxygruppen von Proteinen oder Phosphatgruppen von Nucleinsäuren.
Eine Vertiefung der Färbung lässt sich erzielen durch
- längere Einwirkungsdauer des Farbstoffs
- Erhöhung der Temperatur während der Einwirkung
- Zusatz gewisser Stoffe, wie Laugen oder Phenol
Eine Abschwächung der Färbung erreicht man durch Behandlung des zu stark gefärbten Präparats mit
- 70-96%igem Ethanol
- Aceton
- 0,5 - 1%iger Essigsäure
- verdünnter Salzsäure
Es sind einige Farbstoffe bekannt, die speziell für die Mikroskopie eingesetzt werden. Von diesen Farbstoffen wird zuerst eine alkoholische Stammlösung hergestellt, manche lassen sich auch in Wasser lösen.
Praxis
- Ansetzen einer gesättigten alkoholischen Farbstoffstammlösung
Material:
kationischen Farbstoff | 100 mL 96&iges (w/w) Ethanol | braune Schraubverschlussflasche | Wasserbad bei ~50°C | Laborwaage |
Quellenverzeichnis:
Bast, Eckard; “Mikrobiologische Methoden: eine Einführung in grundlegende Arbeitstechniken”, 2. Auflage - Heidelberg; Berlin: Spektrum, Akad. Verl. 2001